Zum offenen Brief der Stiftung „Gegen Gewalt
an Schulen“ zum Thema Waffenrecht
Die im Aktionsbündnis organisierten Eltern der erschossenen Kinder von Winnenden kämpfen seit zwei Jahren gegen Gewalt an Schulen.
Ein bewundernswerter Ansatz: Statt in stiller Trauer in sich zu vergehen, die Kraft und Energie zu bündeln. Verhindern, dass sich derartiges wiederholt. Mithelfen, dass keine Gewalteskalationen mehr stattfinden. Respekt vor den Mitmenschen lehren. Und dies in einer derart brutalen Welt, in der Gewalt gefilmt wird und wir tatenlos zusehen, wie sich gemobbte Schüler ihren einzigen Ausweg im Freitod suchen.
Dies Ziel vor Augen, traten auch Schützen in Erscheinung, die sich anboten, dabei zu helfen, die Ursachen einer solchen Tat anzugehen, sich anboten, gemeinsam mit den betroffenen Eltern zu agieren, gemeinsam gesellschaftspolitisch etwas zu verändern.
Leider wurde nichts daraus, da man beim Aktionsbündnis erwartete, dass man sich uneingeschränkt allen Forderungen des Bündnisses anschließe.
Alle Fakten, sachlichen Erklärungen, warum und weshalb manches nicht umzusetzen sei, eine zentrale Lagerung sogar den Zugang erleichtern würde, wurden nicht akzeptiert. Es stellte sich schnell heraus, dass außer der Betroffenheit gar keine Qualifikation beim Aktionsbündnis vorliegt. Und ohne Fachkenntnis fehlen Verständnis und Ansätze, die gesellschaftspolitischen Aufgaben überhaupt anzugehen.Â
Schnell verpufft der bewundernswerte Ansatz auf die bloße Forderung einen metallischen Gegenstand zu verbieten.
Statt aufzuarbeiten, was einen jungen Menschen derart in die Verzweifelung treibt, gibt man der Waffe die Schuld an Allem. Sind etwa Tote aus Beziehungstaten nur Opfer zweiter Klasse? Führt das Aktionsbündnis hier eine Quote ein, so dass Selbstmord nach Mobbing nicht mehr beachtet werden muss?
Prolegal geht hier den Schritt weiter:
Im Oktober trafen sich Vertreter des Büchsenmacherhandwerks und Mitglieder des Vereins Prolegal in Berlin zum Gespräch mit einigen Damen und Herren der Politik.
Es wurden auch Defizite im Vollzug des Waffenrechts besprochen, sowie über gesellschaftliche Probleme diskutiert. Warum plant ein Mensch solch eine Tat und vollzieht sie? Warum gibt es in China trotz totalem Waffenverbot die meisten Amokläufe und in Ländern mit einem nicht so strengen Waffenrecht dagegen keine?
 Es wurde in Berlin auch darüber gesprochen wie Schützen und Jäger sich einbringen - in das gesellschaftliche Leben -, sich bemühen junge Menschen in Vereinen zu einem Miteinander zu bewegen, wie das Büchsenmacherhandwerk durch Ausbildungsplätze Jugendlichen eine Zukunftsperspektive biete.
 Herr Schober interpretiert das Zitat in seiner eigenen Weise: Man fordere - Waffen sollen auch für weniger zuverlässige Menschen verfügbar sein, die kein dringendes Bedürfnis haben. Doch solch eine Forderung hat kein –uns bekannter - Mensch jemals gestellt.
 Wir würden uns wünschen, gemeinsam mit allen Eltern gewaltsam getöteter Kinder, etwas in unserer Gesellschaft in Bewegung zu setzen.
 Es ist immer einfacher, etwas zu verbieten anstatt nach den Ursachen zu forschen und mit den gewonnenen Erkenntnissen in kleinen, langsamen Schritten etwas zu verändern.
 Aber: Wenn Verbote und Gesetze wirklich wirksam sind, warum sind dann unsere Gerichte überlastet und die Vollzugsanstalten überfüllt?
 Warum schreibt das BKA dann:
„Das Gefahrenpotential der Waffenkriminalität liegt in Deutschland schwerpunktmäßig im illegalen Besitz und Führen von Waffen. Allerdings ist die Anzahl der Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen seit dem Jahr 2005 rückläufig, zudem kamen in rund 74 % der Fälle des Berichtsjahres überwiegend erlaubnisfreie Schusswaffen wie Gas-/Alarm- und Luftdruckwaffen zum Einsatz.“ [Quelle: http://www.bka.de/lageberichte/waf/bundeslagebild_waffenkriminalitaet_2007.pdf und http://www.bka.de/pks/pks2009/download/pks-jb_2009_bka.pdf ]
 Wir fragen: Löst ein Verbot von Waffen wirklich unser gesellschaftliches Problem ?
Für das Direktorium von prolegal
Dr. Bartram

