IANSA, Dachorganisation der Waffengegner, fordert:


Weg mit den Waffen! Keine Waffen, keine Gewalt!

3. Mai 2010 19:50
IANSA ist eine einflussreiche und trotz der nachweislich unseriösen Arbeit und äußerst fragwürdigen Mitteln sogar bei der UNO anerkannte Organisation. Ziel der IANSA ist nicht nur die Bekämpfung von kriegerischen Konflikten, von Bürger- und Drogenkriegen oder Bandenkriminalität wie das häufig nach aussen dargestellt wird. Ziel ist vielmehr die Entwaffnung aller Bürger dieser Welt, auch der gesetzestreuen Sportschützen, Jäger und Waffensammler. Die Organisation vertritt hartnäckig die Einstellung, dass insbesondere private Staatsbürger kein Recht auf den Besitz von Schusswaffen haben sollen. Unter dem Vorwand, gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten, gegen Bürger- und Bandenkriege vorgehen, die Welt verbessern und friedlicher machen zu wollen, holt man renommierte Institutionen ins Netzwerk, akquiriert enorme finanzielle Mittel und benutzt diese dann auch maßgeblich, um die Gesetzgeber in Ländern mit rechtsstaatlicher Kultur zu manipulieren und gesetzliche Verbote ohne jeden Nutzen zu provozieren. Ziel ist es, der eigenen Ideologie zum Durchbruch zu verhelfen. Vieles deutet darauf hin, dass die Arme der IANSA zwischenzeitlich lang und stark sind. Sie scheinen in Redaktionen maßgeblicher Massenmedien ebenso zu reichen wie in im Bundestag vertretene Parteien – eine Herausforderung nicht nur für Waffenbesitzer. Die Welt ist trotzdem kein bisschen friedlicher geworden. Der Traum ist so alt wie die zivilisierte Menschheit: Alle Menschen leben in Frieden miteinander glücklich ihr Leben. Die Wirklichkeit ist das Gegenteil, seit es den Homo sapiens gibt – Konflikte zwischen Menschen, zwischen Sippen, zwischen Stämmen, zwischen Nationen werden mit brutaler, tödlicher Gewalt ausgetragen. Ob wie einst mit Stöcken, Messern oder Speeren, stets setzen die Kontrahenten die wirkungsvollsten ihnen zur Verfügung stehenden Kampfmittel ein. Feuerwaffen sind ein solches Mittel unserer Zeit, das – in Gestalt von Splitterminen, Handgranaten oder Sturmgewehren – millionenfachen Tod und Verstümmelung über die Menschen bringen kann. Die Waffen sind die Ursache unendlichen Leids in allen Kontinenten. Das ist der Denkansatz beim International Action Network on Small Arms (IANSA), dem Dachverband von weltweit über 800 organisierten Gruppierungen von Waffengegnern, die alle das gleiche Credo haben: Keine Waffen, keine Gewalt! Deshalb werden alle „small arms“ geächtet, ist das Ziel aller Aktivitäten die Schaffung schusswaffenloser Gesellschaften durch vielfältige Aktivitäten und Versuche von Einflussnahmen auf die Gesetzgeber. Struktur der IANSA. Gegründet wurde die Organisation im Jahr 1997. Die inzwischen rund 800 assoziierten Mitgliedsorganisationen sind im Internet unter der Adresse www.iansa.org/about/members.htm zu finden. Für Deutschland werden die sechs Organisationen Arcotrass – Icon Institut in Köln, das Armaments Information Office in Karlsruhe, das Bonn International Center for Conversion (www.bicc.de) in Bonn, die European Association for Research on Transformation e.V. (EART e.V.) in Hamburg (www.peter-lock.de), das Peace Research Institute in Frankfurt (www.hsfk.de) sowie die World Vision Germany in Friedrichsdorf (www.worldvision.de) genannt. International renommierte Mitglieder des Netzwerkes sind beispielsweise das PRIO (Peace Research Institute, Oslo) oder das SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute). Auch andere weltweit bekannte Organisationen unterstützen die NGO (Non-Governmental Organisation) und erklären sich solidarisch mit der IANSA: Amnesty International, Caritas, Gun Control Network, Human Rights Watch, Oxfam, ja sogar die UNO! Die Fäden des internationalen Netzwerkes laufen in London beim „IANSA Secretary“ – einer Art zentraler Geschäftsstelle – zusammen. Hier koordinieren einige Handvoll Personen die Geschäfte. So gibt es beispielsweise einen Verbindungsmann, der die Kontakte zur UNO hält. Es gibt einen „Africa Coordinator“ und eine „Women‘s Network Coordinator“. Leiterin ist Rebecca Peters. Durch ihre Aktivität in der Nationalen Koalition für Waffenkontrolle (National Coalition for Gun Control, Australien) wirkte sie bereits 1996 maßgeblich an der Verschärfung des australischen Waffengesetzes mit, nach dem Massaker eines geistig verwirrten Täters in einem Vergnügungspark in Tasmanien mit 35 Toten. Damals wurden in Australien halbautomatische Gewehre und Vorderschaftrepetierer verboten. Rebecca Peters rechtfertigte ihr Engagement (im Rahmen der „Great UN Gun Debate“ im King‘s College in London im Oktober 2004) damit, dass echte Macho-Kerle, wie Crocodile Dundee, keine halbautomatischen Gewehre oder Faustfeuerwaffen bräuchten, um Tiere zu erlegen. Ebenso setzte sie sich 1997 für ein totales Faustfeuerwaffenverbot in Großbritannien, den sogenannten Handgun Ban, ein. Hier ging das Schulmassaker von Dunblane voraus, das dann zu dem Kurzwaffenverbot durch die Blair-Regierung führte. Die Basis ihres Kampfes wurde damals das Gun Control Network UK (ein Aktionsbündnis Hinterbliebener, ähnlich dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden), das mittlerweile fester Bestandteil von IANSA ist. Für Rebecca Peters haben Schusswaffen keine Legitimation im Schießsport. „Zeiten ändern sich. Pistolenschießen war ein Sport, der im Vereinigten Königreich erlaubt war, und nicht mehr ist. Das tut mir leid für euch [Sportschützen]! Ich empfehle, wenn ihr euren Sport vermisst, sucht euch einen anderen Sport!“ So ihr Kommentar an die Sportschützen. Gill Marshall-Andrews, Kopf des Gun Control Network UK, kann ebenso nachvollziehen, dass Sportschützen verärgert darüber sind, ihren Sport zu verlieren: „Ich verstehe das, aber das ist der Preis, der bezahlt werden muss, um in einer sichereren Gesellschaft zu leben.“ Keine Differenzierung. Diese Beispiele und Zitate zeigen: Bei der IANSA macht man keinen Unterschied zwischen einem Walther- Sportgewehr und einer Splittermine. Der Begriff „small arms“ im Sprachgebrauch der IANSA – in seiner deutschen Übersetzung „Kleinwaffen“ – fasst alle von Hand einsetzbaren Feuerwaffen zusammen. Als „small arms“ gelten Landminen jeglicher Art ebenso wie Handgranaten, Flammenwerfer, originale und nachgebaute Sturmgewehre, von Verbrechern abgesägte Flinten, edle Doppelbüchsen, hochwertige Sammlerwaffen, getunte Sportpistolen, Benchrestbüchsen oder Kleinkaliber-Matchgewehre. Alle Schusswaffen werden – undifferenziert – als Tötungsinstrumente gebrandmarkt und bekämpft. Kriminalstatistiken und kriminologische Erkenntnisse zu der Thematik  werden von IANSA ignoriert. Die Organisation vertritt hartnäckig die Einstellung, dass insbesondere private Staatsbürger kein Recht auf den Besitz von Schusswaffen haben sollen. Mit anderen Worten: Ziel der IANSA ist nicht nur die Bekämpfung von kriegerischen Konflikten, von Bürger- und Drogenkriegen oder Bandenkriminalität – Ziel ist die Entwaffnung aller Bürger dieser Welt, auch der gesetzestreuen Sportschützen, Jäger und Waffensammler. Kapitalstark. Die IANSA erhält nach eigenen Bekundungen finanzielle Unterstützung beispielsweise von den Regierungen Großbritanniens, Belgiens, Schwedens und Norwegens. Geld strömt der Organisation auch aus renommierten Stiftungen wie der Ford Foundation, Rockefeller Foundation, Compton Foundation, dem Ploughshares Fund, der John D. and Catherine T. MacArthur Foundation, dem Open Society Institute, der Samuel Rubin Foundation und von Christian Aid zu. An Finanzschwäche scheint die Organisation nicht zu leiden. Und dass die Mittel effektiv eingesetzt werden, zeigt die Tatsache, dass die IANSA inzwischen auf UNOEbene als bedeutsames Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen angesehen wird, das wertvolle Beiträge zu Diskussionen auf allen Ebenen leisten könne. Die Strategie. Die Mitgliedsorganisationen nehmen vor Ort in den jeweiligen Staaten Einfluss auf die öffentliche Diskussion über Waffen und den Waffenbesitz sowie auf die Gesetzgebung. Das hat den Vorteil, dass die Aktivitäten nicht als IANSA-Aktivitäten wahrgenommen werden und frühzeitig als solche offenbar werden. Außerdem haben Mitgliedsorganisationen wie etwa die Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung eine höhere Bekanntheit und höhere Reputation vor Ort. Gerne nutzt man bei der IANSA – nachzulesen auf deren Website – den Rückenwind von emotionalisierenden Gewalttaten wie Schulmassakern. Die genannten Nichtregierungsorganisationen vor Ort werden mobilisiert und unterstützt, um Einfluss auf innenpolitische Entscheidungen vor Ort nehmen zu können. Die Stimmen von Überlebenden, Hinterbliebenen und Betroffenen sollen gezielt genutzt werden, um Schusswaffen pauschal weiter zu stigmatisieren, mit dem Ziel, die Diskussion auf das Tatmittel Schusswaffe zu lenken und die gesetzgebenden Organe zum Handeln gegen die Verfügbarkeit zu zwingen. Die IANSA und Winnenden. Hält man sich dieses Handlungsmuster vor Augen, ist davon auszugehen, dass, wo auch immer auf diesem Planeten der Ruf nach einer Waffengesetzverschärfung oder gar nach einem Waffenverbot laut wird, die IANSA im Hintergrund an den Fäden des Netzwerkes zieht. Auf der Homepage (www.iansa.org) war kürzlich unter der Rubrik „neueste Schlagzeilen“ zu lesen: „Germany moves to tighten laws over gun control“ (Deutschland zieht Gesetze zur Waffenkontrolle an). Das erhärtet den Verdacht, dass IANSA auch bei der aktuellen Verschärfungsdebatte in Deutschland mitgewirkt hat. Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden wäre nach der oben angeführten Strategie ein ja geradezu ideales Objekt für die IANSA. Das Schulmassaker von Winnenden passt sehr gut in das strategische Raster. Es wäre unwahrscheinlich, dass sich das Netzwerk eine solche Gelegenheit für öffentlichkeitswirksame Aktivitäten entgehen ließe. Doch selbst bei gründlicher Recherche findet sich kein offizieller Nachweis für eine derartige Kooperation zwischen IANSA und dem Aktionsbündis Amoklauf Winnenden. Taktisch wäre es sowohl für die IANSA wie das Aktionsbündnis fatal, wenn ein Zusammenhang öffentlich würde. Die IANSA ist ja nicht ausschließlich gegen private Waffenbesitzer, sondern undifferenziert auch gegen den internationalen Waffenhandel aktiv, der von Regierungen und Gesetzen gedeckt ist. Deutschland als drittgrößter Rüstungs- und Waffenexporteur der Welt wird deshalb mit ihrer Politik bekämpft. Ausfluss solcher Aktivitäten kann dann etwa eine Kleine Anfrage im Bundestag sein, wie in der Bundestagsdrucksache 16/12951 vom 7. Mai 2009, vorgetragen von Abgeordneten der Grünen. Thema: „Bestandsaufnahme deutscher Lizenz- und Exportpolitik im Klein- und Schusswaffenbereich“. In Regierungskreisen dürften diese Zusammenhänge nicht unbekannt sein. Auch die deutsche Rüstungsindustrie, vertreten durch Daimler Benz, Krauss-Maffei oder Heckler & Koch, wird dabei von IANSA und Co unter Beschuss genommen. Die IANSA versucht also bereits massiv auf die deutsche Wirtschafts- und Außenpolitik Einfluss zu nehmen. Würde nun auch noch ganz offiziell die deutsche Innenpolitik von der IANSA offen torpediert werden, könnte sich die deutsche Regierung ebenso offiziell bedrängt fühlen und sich einem weiteren Versuch der Einflussnahme durch diese Organisation verweigern. Ergo arbeitet man ganz diplomatisch inoffiziell, und das mit Erfolg. Schließlich hat eine solche Kampagne ein viel größeres Wirkungspotenzial, wenn sie autark und authentisch, nicht gesteuert wirkt. Konkret: Auf einen offenen Brief von Hinterbliebenen wird die Bundesregierung natürlich anders antworten (müssen), als sie dies einer Forderung der altbekannten Anti-Waffenlobbyisten gegenüber tun würde. Und so ist es dann ja auch geschehen. Es bleiben also Fragen: Wie ist das professionell organisierte, öffentliche Auftreten, die gezielte Medienpolitik des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden – bereits wenige Wochen nach der Tat zur Perfektion aufgelaufen – zu erklären? Wieso halten IANSA-nahe Vertreter des Gun Control Network UK, wie Michael North, Vorträge in Winnenden zu dem Thema, wie man eine Regierung manipuliert und zum Erlass neuer Gesetze zwingen kann? Hat das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden all dies in so kurzer Zeit allein organisiert, oder hatte man Hilfe und wurde selbst von der IANSA zu weiteren Spielfiguren in deren missionarischem Spiel benutzt? Die IANSA-Ziele in der Kritik. Kindersoldaten, Minen, die wie Spielzeuge aussehen, Clan-Chefs, die sich mittels ihrer Milizen bis aufs Messer und auf Kosten der gerne friedlich lebenden Bevölkerung bekämpfen – solch unmenschliche Missstände will man bei der IANSA ausgerottet sehen. Ein edles Ziel! Allein die Mittel sind fragwürdig. Sicher wäre es ein großer Erfolg, könnte man das Einschleusen von Kriegswaffen in Bürgerkriegsregionen unterbinden und die Waffenverfügbarkeit austrocknen. Tatsache ist jedoch: Diesem Wunsch konnte noch nirgendwo zur Umsetzung verholfen werden – siehe Proliferation von Kriegswaffen an die Hamas im Gaza-Streifen oder die Hizbollah im Libanon. Im ungünstigen Fall macht man Bedrohte nur wehrlos und zu Opfern. Dennoch: Es bleibt ein Unterfangen, dem Erfolg zu wünschen ist. Völlig anders stellt sich die Situation aber bei der Bekämpfung von Legalwaffen in der Hand von Sportschützen, Jägern und Waffensammlern dar. Allein die Tatsache, diesen Legalwaffenbesitz in einen Topf mit Kriegswaffenbesitz und -handel zu werfen, ist absurd und realitätsfremd. Das gilt ebenso für die Vermengung von Verbrechen mit Waffenbesitz allgemein. Es gibt weltweit nirgendwo einen Zusammenhang zwischen von Bürgern legal besessenen Waffen und schusswaffenbezogener Kriminalität. Daran ändert auch das Auftreten von Schulmassakern nichts. Die Tatsache, dass diese in offiziellen Kriminalstatistiken dokumentierten Fakten bei IANSA-Aktivisten ignoriert werden, beweist die unseriöse Arbeitsweise. Unter dem Vorwand, gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten, gegen Bürger- und Bandenkriege vorgehen, die Welt verbessern und friedlicher machen zu wollen, holt man renommierte Institutionen ins Netzwerk, akquiriert enorme finanzielle Mittel und benutzt diese dann auch maßgeblich, um die Gesetzgeber in Ländern mit rechtsstaatlicher Kultur zu manipulieren und gesetzliche Verbote ohne jeden Nutzen zu provozieren. Ziel ist es, der eigenen Ideologie zum Durchbruch zu verhelfen. Vieles deutet darauf hin, dass die Arme der IANSA zwischenzeitlich lang und stark sind. Sie scheinen in Redaktionen maßgeblicher Massenmedien ebenso zu reichen wie in im Bundestag vertretene Parteien – eine Herausforderung nicht nur für Waffenbesitzer. Und die Welt ist trotzdem kein bisschen friedlicher geworden. Daniel Guthannß - DWJ

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